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2 hours in Ruhrgebiet

Ruhrgebiet · 2 hours · Industriekultur, Bergbau · Tagestour per ÖPNV ab und zurück Marl, ohne Stopps in Marl selbst, mit einer Tramfahrt durch alte Bergbausiedlungen.

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    Chemiepark Marl, Tor / Bushaltestelle (Start)

    Startpunkt ist das Hauptzugangsgelaende des Chemieparks Marl an der Paul-Baumann-Strasse, von wo Busse Richtung Recklinghausen und Herten fahren. Hier beginnt die Fahrt, ohne dass in Marl selbst gelaufen wird. Der Chemiepark geht auf die Chemischen Werke Huels zurueck, die ab 1938 auf dem Gelaende entstanden und eng mit der Kohlechemie des Reviers verbunden waren: Kohle aus den umliegenden Zechen lieferte die Rohstoffbasis. Das Areal ist bis heute einer der groessten Chemiestandorte Deutschlands. Von hier mit dem Bus weiter nach Herten zur Zeche Ewald.

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    Zeche Ewald, Herten

    Mit dem Bus von Marl nach Herten, Haltestelle Zeche Ewald; vom Halt wenige Minuten zu Fuss auf das Gelaende. Ewald war eine der grossen Schachtanlagen des noerdlichen Reviers und foerderte bis 2000 Steinkohle. Erhalten sind der doppelbockige Foerderturm von Schacht 7 und das denkmalgeschuetzte Malakowturm-Ensemble aus der Gruenderzeit, dazu Maschinenhallen aus Backstein. Heute ist das Gelaende ein Standort der Route der Industriekultur mit Gewerbe, Freiflaechen und Veranstaltungen. Der Kontrast zwischen den schwarzen Stahlgeruesten und der begruenten Umgebung zeigt den Strukturwandel des Reviers sehr direkt.

  3. 3

    Halde Hoheward / Horizontobservatorium

    Vom Zechengelaende Ewald in rund 20 bis 30 Minuten zu Fuss ueber die Wege auf die benachbarte Halde Hoheward. Die Halde ist aus dem Abraum der umliegenden Zechen aufgeschuettet und eine der groessten des Ruhrgebiets. Auf dem Plateau stehen das Horizontobservatorium mit seinen grossen Stahlboegen und die Obelisk-Sonnenuhr. Bei klarem Wetter reicht der Blick weit ueber das Revier: Foerdertuerme, Kraftwerkskuehltuerme, Siedlungen. Die Halde macht sichtbar, wie sehr der Bergbau nicht nur unter, sondern auch ueber Tage die Landschaft geformt hat. Festes Schuhwerk empfiehlt sich.

  4. 4

    Schloss Herten und Schlosspark

    Zurueck ins Tal und mit dem Bus oder zu Fuss Richtung Hertener Innenstadt zum Schloss. Die spaetgotische Wasserburg aus Backstein mit Wassergraben stammt im Kern aus dem 15. und 16. Jahrhundert und wirkt im Bergbaurevier wie ein Fremdkoerper aus aelterer Zeit. Der umgebende englische Landschaftspark ist frei zugaenglich. Die Verbindung ist typisch fuer die Region: adlige Grundherren besassen die Flaechen, unter denen spaeter Kohle abgebaut wurde, und profitierten von Bergbaurechten. Ein ruhiger Gegenpol zwischen den Industriestationen des Tages.

  5. 5

    Zeche Zollverein Schacht XII, Essen

    Weiter mit Bus und Bahn ueber Herten und Gelsenkirchen nach Essen-Stoppenberg; vom Haltepunkt Zollverein wenige Minuten zu Fuss. Schacht XII wurde 1932 nach Entwuerfen von Fritz Schupp und Martin Kremmer eroeffnet und gilt als Inbegriff industrieller Sachlichkeit: strenge Stahlfachwerkbauten, roter Backstein, das rote Doppelbock-Foerdergeruest als Wahrzeichen. 1986 wurde die Foerderung eingestellt, 2001 kam die UNESCO-Welterbeanerkennung. Auf dem Gelaende informiert das Ruhr Museum in der ehemaligen Kohlenwaesche ueber Natur, Geschichte und Bergbau der Region. Die Aussenanlagen sind rund um die Uhr frei begehbar.

  6. 6

    Kokerei Zollverein

    Vom Doppelbock in etwa zehn Minuten zu Fuss nach Norden ueber den verbindenden Weg zur Kokerei. Die 1961 in Betrieb genommene Anlage war zeitweise die groesste Kokerei Europas und verarbeitete die Kohle von Zollverein zu Koks fuer die Huettenwerke. 1993 wurde sie stillgelegt. Erhalten ist die riesige Batterie der Koksoefen mit den Loeschtuermen und der Koksofenbatterie-Front, dazu die sogenannte Sonnenrad-Anlage. Die Dimensionen sind beeindruckend: die Ofenbatterie zieht sich ueber Hunderte Meter. Auch hier sind die Aussenbereiche frei zugaenglich und Teil des Welterbes.

  7. 7

    Nordsternpark, Gelsenkirchen

    Mit der Bahn nach Gelsenkirchen und weiter zum Nordsternpark; vom Halt kurzer Fussweg ins Gelaende. Hier stand die Zeche Nordstern, 1993 stillgelegt. Erhalten sind die markanten Verwaltungs- und Schachtgebaeude von Fritz Schupp, auf denen heute die grosse Herkules-Skulptur von Markus Luepertz steht. Das Gelaende wurde fuer die Bundesgartenschau 1997 umgestaltet und verbindet Zechenbauten mit Parkflaechen und dem Rhein-Herne-Kanal. Vom Park aus sieht man Schleusen und Kanalschiffe, die einst die Kohle abtransportierten. Ein guter Ort, um Foerderung, Transport und Nachnutzung zusammen zu denken.

  8. 8

    Siedlung Flöz Dickebank, Gelsenkirchen-Ückendorf

    Mit Strassenbahn und Bus nach Gelsenkirchen-Ueckendorf; die Strassenbahnfahrt fuehrt durch alte Bergbauquartiere der Stadt. Flöz Dickebank ist eine der aeltesten erhaltenen Arbeitersiedlungen des Ruhrgebiets, ab den 1860er Jahren fuer die Bergleute der Zeche Rheinelbe gebaut. Charakteristisch sind die kleinen Backsteinhaeuser mit Gaerten und Stallanbauten, in denen Familien Nutztiere hielten. In den 1970er Jahren verhinderten die Bewohner mit einem bekannt gewordenen Protest den Abriss; die Siedlung wurde saniert und steht heute unter Denkmalschutz. Bitte Ruecksicht nehmen, die Haeuser sind bewohnt.

  9. 9

    Halde Rheinelbe mit Himmelstreppe

    Von der Siedlung etwa 15 bis 20 Minuten zu Fuss Richtung Sueden in den Wissenschaftspark-Bereich und auf die Halde. Auf dem Gipfel steht die Himmelstreppe von Herman Prigann, eine Treppenskulptur aus grossen Betonbloecken, die ins Leere fuehrt. Rundherum ist auf dem Abraum der Zeche Rheinelbe ein Skulpturenwald mit weiteren Arbeiten Prigganns entstanden; dazwischen wuchert Birkenwald auf Bergematerial. Vom Gipfel reicht der Blick ueber Gelsenkirchen und weite Teile des Reviers. Die Halde ist ein vielzitiertes Beispiel dafuer, wie Industriebrachen zu Kunst- und Naturraeumen umgedeutet wurden.

  10. 10

    Hauptbahnhof Recklinghausen (Rückweg)

    Mit Strassenbahn und Bahn von Gelsenkirchen nach Recklinghausen. Der Bahnhof ist der Umsteigepunkt fuer die Rueckfahrt nach Marl. Recklinghausen war Sitz des Bergwerks- und Verwaltungswesens im noerdlichen Revier, und die Bahnanlagen hier gehen auf die Erschliessung der Emscherzechen zurueck: ohne die Eisenbahn waere der Abtransport der Kohle in diesem Massstab nicht moeglich gewesen. Von hier fahren Busse zurueck nach Marl. Der Blick aus dem Fenster auf dem Rueckweg ueber die Haldenlandschaft schliesst den Tag ab.