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Bergbaugeschichte, Fußball, Alltagskultur, Wohnsiedlungen in Ruhrgebiet, Deutschland

Ruhrgebiet, Deutschland · 4 hours · Bergbaugeschichte, Fußball, Alltagskultur, Wohnsiedlungen · Eine ÖPNV-gestützte Tour von Marl nach Gelsenkirchen zu Bergbaugeschichte, Schalke-Fußballkultur und Werksiedlungen mit einem Abschluss-Stopp zur Rückfahrt nach Marl.

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    Rathaus Marl und Creiler Platz

    Beginnen Sie die Tour am Creiler Platz im Zentrum von Marl, nur wenige Schritte vom S-Bahnhof Marl Mitte entfernt. Das beeindruckende Brutalismus-Ensemble aus Rathaus, gläsernem Skulpturenmuseum und dem Einkaufszentrum Marler Stern entstand in den 1960er Jahren, als Marl durch den Steinkohlenbergbau der Zeche Auguste Victoria und die chemische Industrie aufblühte. Die Architektur spiegelt das moderne Selbstbewusstsein einer aufstrebenden Industriestadt im 20. Jahrhundert wider und bildet den Ausgangspunkt für diese Tour durch die Alltags- und Industriekultur des Ruhrgebiets.

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    Siedlung Auguste Victoria

    Gehen Sie vom Creiler Platz nach Nordosten über die Bergstraße zur Victoriastraße. Diese Bergbausiedlung entstand im frühen 20. Jahrhundert für die Bergleute der Zechenanlage Auguste Victoria, die das Leben in Marl über 110 Jahre lang maßgeblich prägte. Die typischen Backsteinhäuser mit ihren kleinen Vorgärten zeigen anschaulich die Alltagskultur und die Wohnbedingungen der Kumpel. Nach der Besichtigung kehren Sie zum Bahnhof Marl Mitte zurück und nehmen die S-Bahn S9 oder die Regionalbahn über Gladbeck/Gelsenkirchen, um den Fuß- und ÖPNV-Teil in Gelsenkirchen fortzusetzen.

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    Kampfbahn Glückauf

    Fahren Sie von Gelsenkirchen Hauptbahnhof mit der historischen Straßenbahnlinie 301 bis zur Haltestelle Ernst-Kuzorra-Platz. Sie stehen direkt vor der legenderen Kampfbahn Glückauf, der Ur-Heimstätte des FC Schalke 04. Das 1928 eingeweihte Stadion verkörpert wie kein zweiter Ort die tiefe Verflechtung von Bergbau und Schalker Fußballkultur. Hier feierte der Verein in den 1930er und 1940er Jahren seine größten Erfolge vor Zehntausenden Bergarbeitern. Die historische Freistehtribüne ist bis heute erhalten und steht unter Denkmalschutz.

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    Schalker Meile

    Folgen Sie der Kurt-Schumacher-Straße wenige Hundert Meter nach Nordosten. Die Schalker Meile ist das Herzstück des Fanlebens im Traditionshaus-Stadtteil Schalke. Entlang dieser Achse zeugen Hauswandgemälde, Erinnerungstafeln an legendäre Spieler wie Ernst Kuzorra und Fritz Szepan sowie historische Kneipen von der traditionsreichen Alltagskultur der Arbeiterklasse. Der Fußweg erlaubt tiefe Einblicke in die Identität des Stadtteils, wo Bergbau und Schalke-Leidenschaft bis heute unverzichtbare Bestandteile des alltäglichen Lebens sind.

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    Zeche Consolidation Schacht 3/4/9

    Setzen Sie die Fahrt mit der Kult-Tram 301 fort bis zur Haltestelle Bergwerk Consolidation und gehen Sie in die Lützowstraße. Die Zeche Consolidation war einst eine der größten Schachtanlagen des Ruhrgebiets. Das imposante Doppelbock-Fördergerüst ragt weithin sichtbar über den Stadtteil Bismarck. Heute dient das Zechengelände als Kulturort mit dem Consol Theater und einem weitläufigen Stadtpark. Auf den Wegen rund um das Fördergerüst lässt sich die imposante Dimension der ehemaligen Kohleförderung hautnah nachvollziehen.

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    Siedlung Flöz Dickebank

    Fahren Sie mit der Straßenbahnlinie 301 weiter Richtung Rotthausen bis zur Haltestelle Flöz Dickebank. Diese Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Bergbausiedlung gilt als Musterbeispiel einer klassisch gestalteten Zechenkolonie. Bekannt wurde die Siedlung auch durch den erfolgreichen Widerstand der Anwohner in den 1970er Jahren gegen den geplanten Abriss. Ihr Erhalt gilt als Meilenstein der Bürgerbeteiligung im Revier. Von hier aus gelangen Sie bequem per Tram zurück zum Gelsenkirchener Hauptbahnhof für die Rückfahrt nach Marl.

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    Gelsenkirchen Hauptbahnhof

    Nehmen Sie von der Siedlung Flöz Dickebank erneut die Straßenbahnlinie 301 zurück zum Gelsenkirchener Hauptbahnhof. Dieser 1847 an der historischen Köln-Mindener Eisenbahnstrecke eröffnete Bahnhof war ein zentraler Umschlagplatz für Kohle und Stahl im gesamten Ruhrgebiet. Heute dient das Empfangsgebäude als wichtiger Knotenpunkt des öffentlichen Nahverkehrs. Von hier aus fährt die S-Bahn-Linie S9 ohne Umstieg in kurzer Fahrzeit direkt zurück zum Ausgangspunkt am Bahnhof Marl Mitte und beschließt damit den Ausflug durch die Industriekultur des Reviers.