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Mittelalterliche Bauten und Geschichten in Mittelalterliches Berlin

Mittelalterliches Berlin · 4 hours · Mittelalterliche Bauten und Geschichten

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    Petriplatz

    Beginnen Sie Ihren Rundgang am Petriplatz auf der Spreeinsel. Hier lag einst das Zentrum von Coelln, der Schwesterstadt des mittelalterlichen Berlins. Um 1200 gegruendet, bildeten Berlin und Coelln ein Doppelzentrum an den Handelspfaden ueber die Spree. Die urspruengliche Petrikirche war das geistliche Herz von Coelln. Archaeologische Ausgrabungen enthuellten hier hunderte mittelalterliche Graeber sowie Fundamente der ersten Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert. Heute entsteht an dieser historischen Staette das House of One, ein interreligioeses Bet- und Lehrhaus, das an die tiefen historischen Wurzeln des Ortes anknuepft.

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    Jungfernbruecke

    Vom Petriplatz spazieren Sie nach Nordwesten ueber die Friedrichsgracht zur Jungfernbruecke. Diese ist die aelteste erhaltene Bruecke Berlins. Auch wenn das heutige Zugbrueckenbauwerk aus dem spaeten 18. Jahrhundert stammt, verbindet der Uebergang seit dem Mittelalter die Spreeinsel mit dem Festland. Um den Namen ranken sich verschiedene Legenden: Eine besagt, dass hier einst Jungfrauen ihre Aussteuer verkauften, eine andere erzaehlt von einer Holzbruecke, deren Bohlen knarrten, wenn eine unkeusche Dame sie ueberquerte. Die Bruecke bietet einen malerischen Blick auf das historische Kanalufer.

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    Nikolaikirche

    Ueberqueren Sie den Schleusengraben in oestlicher Richtung und betreten Sie das Nikolaiviertel. Die Nikolaikirche bildet den historischen Ursprung Berlins. Ihre aeltesten Bauteile, die aus Feldsteinen gefuegte Doppelturmanlage, stammen aus der Zeit um 1230. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die romanische Basilika zu einer gotischen Hallenkirche umgebaut. Nikolaus von Myra, Schutzpatron der Kaufmannsgilde, verdeutlicht die Haendlerseele der Stadtgruendung. Im Zweiten Weltkrieg schwer zerstoert, wurde die Kirche in den 1980er Jahren wiederaufgebaut und dient heute als Museum zur Berliner Stadtgeschichte.

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    Gerichtslaube

    Gehen Sie wenige Schritte nach Sueden durch das Nikolaiviertel zur Poststrasse. Die hier stehende Gerichtslaube ist eine historische Rekonstruktion der aeltesten weltlichen Rechtsstaette Berlins. Das gotische Original stand urspruenglich seit dem 13. Jahrhundert am Alten Markt neben dem Rathaus. Die Laube war Ort der oeffentlichen Gerichtsbarkeit: Hier wurden Urteile verkuendet und Verurteilte am Schandpfahl der Buergerschaft vorgefuehrt. Das charakteristische offene Spitzbogen-Erdgeschoss diente dazu, Gerichtssitzungen unter freiem Himmel vor den Augen aller Buerger abzuhalten, wie es das mittelalterliche Stadtrecht vorschrieb.

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    Heilig-Geist-Kapelle

    Wandern Sie nach Nordwesten vorbei am Runden Feld bis zur Spandauer Strasse nahe dem Spreeufer. Die Heilig-Geist-Kapelle wurde um 1300 als Teil des Heilig-Geist-Hospitals errichtet. Sie gehoert zu den aeltesten erhaltenen sakralen Profanbauten Berlins. Das Backsteingebaeude diente der Verpflegung und Pflege von Armen, Kranken und Pilgern vor den Toren der mittelalterlichen Stadt. Im Inneren beeindruckt ein spaetgotisches Kreuzrippengewoelbe mit originalem Dachstuhl aus dem 14. Jahrhundert. Dieses Kleinod der norddeutschen Backsteingotik steht heute als Zeugnis der mittelalterlichen Wohlfahrtspflege der Berliner Buergerschaft.

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    St. Marienkirche

    Gehen Sie nach Osten zur Marienkirche am Karl-Liebknecht-Park. Erstmals 1292 erwaehnt, ist St. Marien nach der Nikolaikirche die zweitaelteste Pfarrkirche Berlins. Der gotische Backsteinbau besticht durch seinen markanten Feldsteinsockel und den charakteristischen Turmhelm. Ein absolutes Highlight im Inneren ist das beruehmte Wandgemaelde Totentanz aus dem Jahr 1484 in der Turmhalle. Das ueber 22 Meter lange Fresko entstand nach einer verheerenden Pestwelle und mahnt die Gleichheit aller Staende vor dem Tod. Als eine der wenigen Kirchen der Innenstadt blieb St. Marien von vollstaendiger Zerstoerung verschont.

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    Ruine der Franziskaner-Klosterkirche

    Laufen Sie weiter nach Suedosten in die Klosterstrasse. Die Ruine der Klosterkirche des Grauen Klosters ist eines der bedeutendsten Zeugnisse hochgotischer Backsteinarchitektur in Berlin. Um 1250 liessen sich Moenche des Bettelordens der Franziskaner hier nieder und errichteten ab 1290 die dreischiffige Hallenkirche. Nach der Reformation wurde das Kloster geschlossen und diente spaeter als beruehmtes Gymnasium, an dem Persoenlichkeiten wie Bismarck lernten. 1945 durch Bombenangriffe zerstoert, bildet die eindrucksvolle Ruine mit ihren hochaufragenden Spitzbogenfenstern heute ein Mahnmal und einen stimmungsvollen Veranstaltungsort.

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    Mittelalterliche Stadtmauer

    Setzen Sie Ihren Weg wenige Meter nach Osten zur Littenstrasse und Waisenstrasse fort. Hier befindet sich der am besten erhaltene Rest der mittelalterlichen Berliner Stadtbefestigung. Die Stadtmauer wurde ab der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet, zunaechst aus Feldsteinen und spaeter mit Backsteinen aufgestockt und verstaerkt. Sie besass urspruenglich Graeben, Tuerme und Wehrgaenge, um die Buerger vor Angriffen zu schuetzen. Entlang der historischen Waisenstrasse sehen Sie die alten Feld- und Backsteinlagen hautnah, an die sich historische Haeuser wie die alte Gaststaette Zur letzten Instanz schmiegen.